Vielfältige Hecken für munteres Gezwitscher

Vielfältige Hecken für munteres Gezwitscher

In manchen Gemeinden ist es ruhig geworden. Der Grund: Die Anzahl an Singvögeln ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Dabei verschwinden nicht nur seltene Vogelarten. Auch früher häufige Vogelarten wie der Haussperling werden zunehmend seltener. Schuld ist dabei nicht nur fehlende Nahrung für die Jungvögel, sprich weniger Insekten. In vielen Gärten verschwinden zunehmend Gehölze. Dabei sind Sträucher und Bäume wertvollster Lebensraum für viele Singvogelarten.

Vielfaltshecken für eine vielfältige Vogelwelt

In den meisten Gärten gibt es zwar noch Sträucher in Form einer Schnitthecke. Viele dieser Hecken bestehen allerdings aus Thuja oder Kirschlorbeer. Beide Pflanzen haben allerdings einen sehr geringen Mehrwert für die Tierwelt. Dabei gäbe es viele heimische Gehölze, aus denen man wunderschöne Schnitthecken anlegen kann – Blütenschmuck, Früchte und schöne Herbstfärbung inklusive.

Herbstzeit ist Hecken-Pflanzzeit

Jetzt im Herbst ist die perfekt Zeit eine neue Hecke anzulegen. Vor allem kann man jetzt wurzelnackte Gehölze pflanzen. Sie sind wesentlich günstiger als Topfware. Beim Pflanzen ist es wichtig etwas Kompost oder organischen Dünger in den Boden einzuarbeiten. Auch eine Gießmulde oder im Fall einer Hecke ein Gießgraben ist wichtig. So versickert das Gießwasser direkt an der Pflanze. Und nicht vergessen: Im Herbst gepflanzte Gehölze müssen im nächsten Jahr ab dem Blattaustrieb 1mal in der Woche großzügig gegossen werden. Nur so wurzeln sie schnell an und wachsen kräftig weiter.

Blütenschmuck im Sonnenschein

Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist ein wahrer Tausendsassa. Vom kleinen Baum bis zur Formschnitthecke (Bild 1) kann man sie in jede beliebige Form erziehen. Durch ihre gelben Blüten, die bereits im zeitigen März zu sehen sind, ist sie nicht nur optisch ein Highlight. Unzählige Insekten – Schmetterlinge, Wild- und Honigbienen – tummeln sich in den Blüten. Und im Herbst kann man die Früchte, die Dirndln, ernten. Sofern man schnell genug ist: Denn sie sind bei Amseln ebenso äußerst beliebt.

Deutlich später blüht der Gemeine Liguster (Ligustrum vulgare). Seine weißen Blüten verströmen einen angenehmen süßlichen Duft. Die Beeren sind für Menschen zwar leicht giftig, bei Vögeln sind sie aber umso beliebter. Liguster wächst überaus stark und man muss ihn meist 2mal im Jahr schneiden. Deshalb bildet er ein sehr dichtes Astwerk, wodurch die Hecke auch im Winter einen guten Sichtschutz bietet, obwohl die Blätter schon abfallen sind. (Bild 2)

Hainbuche (Carpinus betulus) (Bild 3) und Feldahorn (Acer campestre) haben zwar unscheinbare Blüten. Dafür sind sie besonders für trockene Bereiche gut geeignet. Der Feldahorn besticht zudem mit einer gelben bis orangen Herbstfärbung.

Gefährliche Schönheiten im Schatten

Für schattige Bereiche gibt es überaus schöne, allerdings auch giftige Sträucher für Formschnitthecken. Die Europäische Eibe (Taxus baccata) besticht das ganze Jahr über mit ihren dunklen Nadeln. Die weiblichen Pflanzen tragen zudem rote „Beeren“. Alle grünen Pflanzenteile der Eibe, auch der grüne Samen, sind giftig. Unsere Singvögel verzehren die Früchte allerdings überaus gerne. Die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) ist ebenfalls für schattige Bereiche geeignet. Die Beeren sind ebenso für Menschen sehr giftig. Die Pflanze sollte deshalb nicht entlang eines stark frequentierten Fußweges gepflanzt werden.

Allerdings: Nur, weil diese Pflanzen giftig sind, sollte man sie trotzdem in den Garten setzen. Denn auch Thuja und Kirschlorbeer sind überaus giftig!

Wer es trotzdem ungefährlich mag kann im Schatten eine Formschnitthecke aus Rotbuche (Fagus sylvatica) (Bild 4) oder aus Alpenribisel (Ribes alpinum) anlegen. Dabei besticht die Rotbuche mit ihren glänzenden Blättern während die Alpenribisel viele kleine rote Beeren bildet.

In unserem nächsten Artikel werden wir uns mit den Herbstarbeiten im Garten beschäftigen und wie man dem Igel ein ideales Winterquartier einrichten kann.

Text: Matthias Karadar
Fotos: Tiroler Bildungsforum
12. Oktober 2026