Tag der Chronisten von Innsbruck Land West in Polling

Tag der Chronisten von Innsbruck Land West in Polling

Am 26. Juni trafen sich die Chronistinnen und Chronisten zur Jahrestagung in Polling. Die Bezirkschronistin Christine Bloch dankte der Bürgermeisterin Gaby Rothbacher (Fotos oben links) für den freundlichen Empfang. Gemeinsam spazierte man zur Pfarrkirche, wo der Pollinger Chronist Sepp Wellscheller einen kurzen historischen Überblick über die Geschichte der Barockkirche, die dem Hl. Rochus geweiht ist, gab.

Gleich zu Beginn der Tagung stellte die Bürgermeisterin das Projekt „Sammlung Wellscheller digital“ vor. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, das die Transkription, Digitalisierung, Erschließung und Sichtbarmachung der umfangreichen handschriftlichen Sammlung zur Geschichte der Gemeinde Polling zum Inhalt hat. Abgewickelt wird das Projekt von der Universität Innsbruck. Aus diesem Anlass wurden die ersten der rund 80 Ordner mit den Aufzeichnungen übergeben.

Übergabe des ersten der 80 Ordner von Sepp Wellscheller. Foto: Bernhard Mertelseder

Im weiteren Verlauf berichteten die anwesenden Chronistinnen und Chronisten von vielfältigen Aktivitäten in ihren Gemeinden. Die meisten Teams widmen sich den klassischen Aufgaben eines Chronisten: dem Sammeln, Dokumentieren und Archivieren des Dorflebens, zunehmend unterstützt durch digitale Werkzeuge wie beispielsweise das Tiroler Gemeindearchiv (TiGA).

In Inzing arbeitet ein fünfköpfiges Team, das mit einer Ausstellung alter Prozessionsfotos besonders die Jugend erreichte. Grinzens veröffentlichte nach jahrzehntelangen Recherchen ein Buch über die 60 Höfe des Ortes und bezog neue Chronikräume. In Axams stand das Jubiläum „50 Jahre Olympische Winterspiele 1976“ im Mittelpunkt, begleitet von einer Fotoausstellung und gut besuchten Dorfspaziergängen; Flaurling plant seine Arbeit bei einem Tag der offenen Tür zu präsentieren. Hatting setzt einen Schwerpunkt auf die Dokumentation der Teilwälder, Pettnau konzentriert sich auf die Basisarbeit. In Telfs wurden digitale Archivierung, Erzählcafés und eine Ausstellung zum Nationalsozialismus umgesetzt. Ein besonders umfangreiches Tätigkeitsfeld zeigt Oberhofen: Digitalisierung, Interviews, Social-Media-Arbeit, Kooperationen mit der Erwachsenenschule, mehrere Veranstaltungen sowie die Auszeichnung mit dem Tiroler Museumspreis 2025 für das Oberhofener Museum. Völs arbeitet intensiv an Zeitungsarchiven und Nachlässen, Reith b. Seefeld erstellt vierteljährlich eine 80-seitige Gemeindezeitung und baut das Gemeindearchiv auf. Aus Seefeld wurde die Arbeit an den Jahrbüchern, 2025 mit dem Sonderthema „Kaltschmid-Betriebe“ hervorgehoben, ebenso die Digitalisierung von Sterbebildern, historische Recherchen, Grabdokumentationen und ein gut besuchter Kinoabend mit einem größtenteils in Seefeld gedrehten Heimatfilm.

Insgesamt zeigt sich in den Gemeinden des Chronistenbezirks ein lebendiges, engagiertes und zunehmend digital orientiertes Chronikwesen, das lokale Geschichte bewahrt und aktiv vermittelt.

Text: Erna Andergassen
Fotos: Heidi Kastl

20. Juli 2026