Chroniktage in Flaurling

Chroniktage in Flaurling

15 Jahre Chronikarbeit im stillen Kämmerchen, davon zehn Jahre als Ortschronistin und zwei Jahre Obdachlos wegen Neuerrichtung des Gemeindehauses, nein, das war nicht der Beweggrund für die Chroniktage in Flaurling. Tatsächlich war der Anlass recht banal, denn endlich ging mein langgehegter Wunsch in Erfüllung, den Kultursaal an das World-Wide-Web anzuschließen!

Nach einem heißen Jahrhundertsommer und einer erfolgreichen Sommersportwoche für die Jugend, schien es mir also passend, auch für Erwachsene etwas anzubieten, das für einen „kühlen Kopf“ sorgte würde.

Im Rahmen einer Ausstellung wechselte die Chronik samt Archiv vom 21. – 25.08.2026 in den Kultursaal, um dort einem breiteren Publikum die Arbeit und die Instrumente einer modernen Chronik vorzustellen.

Die Software QGis spielt in Sachen Geografie alle „Stückln“

Anhand ausgesuchter Themen wie dem Hintergrund zum Franziszeischen Kataster bei der Eröffnung, gab es jeden Abend eine eineinhalbstündige Einführung beispielsweise in das Schriftenlesen.

In der Ausstellung unter dem Motto „Von den alten Zeiten ist noch viel übrig …“ wurden an die 200 Bilder und Exponate aus dem digitalen Archiv der Gemeinde gezeigt.

Dieses Archiv wird seit nun bereits fünf Jahren befüttert und enthält mittlerweile mehr als 20.000 Digitalisate, die in Kopie auch auf der Gemeinschaftsplattform „TiGa“ der Tiroler ChronistInnen hinterlegt sind, damit sie die Chance haben, auch die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte zu überdauern.

Die Internetrecherche zu Quellen von Zeitungsartikel, Bildern etc. war ein weiterer Programmpunkt. Sehr großes Interesse herrschte bei der Recherche in den Matrikenbüchern Nord- und Südtirols, die in den letzten Jahren online gestellt wurden.

Mit der entsprechenden Software können die gefundenen Daten als Ahnentafel ausgedruckt werden.

Mir hat die Führung durch das „Kinderschlössel“ im Rahmen des Dorfspaziergangs am besten gefallen. Dankenswerterweise führte Bgm.in Brigitte Praxmarer persönlich durch die ehemals historischen Räume, die nunmehr seit fast einem Jahr Kinderkrippe und Hort beherbergen.

Die BesucherInnen waren überrascht, wie ein solch altes, historisch bedeutsames Gebäude revitalisiert, mit Licht befüllt und den jüngsten DorfbewohnerInnen als lebenswerte Tagesstätte zur Verfügung gestellt werden kann.

Nicht zuletzt möchte ich mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die die Chroniktage besucht haben und/oder sich in die Chronikarbeit einbringen.

Ein besonderer Dank gilt den MitarbeiterInnen der Gemeinde Alexandra, Ernst, Günter, Josef, Leo, Pepi, Reini und allen Mitgliedern des Gemeinderates, die auf die ein oder andere Art in den letzten 15 Jahren meine Arbeit für die Ortschronik unterstützt haben. Herzlichen Dank!

Text: Andrea Raggl-Weissenbach
Bildquelle: Chronik Fl