Erinnerungskulturen - Dialoge über Migration und Integration in Tirol

Bewusstsein schaffen für die Geschichten der Migration
Das Projekt Erinnerungskulturen hat zum Ziel, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Geschichte(n) der Migration, insbesondere für die der Arbeitsmigration seit den 1960ern, zu schaffen. Durchgeführt wird das Projekt an drei exemplarischen Orten und bezieht neben der allgemeinen Bevölkerung besonders ZeitzeugInnen, OrtschronistInnen und Gemeindebedienstete mit ein. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Dialog vor Ort.
Anlass für das Projekt Erinnerungskulturen ist das 50-jährige Jubiläum der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen Österreich und der Türkei im Jahr 1964. Seither haben vielfältige Migrationsbewegungen auch in Tirol Spuren hinterlassen und die Gesellschaft hier entscheidend mitgeprägt. Erinnerungen an diese Zeit und Erfahrungen von ZeitzeugInnen werden aber kaum als Teil einer Tiroler Geschichte wahrgenommen.

Sammeln und in Dialog treten
Unterstützt durch die Bevölkerung sammelt das Projektteam Erinnerungen zur Migration in Tirol seit den 1960er Jahren und dokumentiert diese. In sog. Erinnerungswerkstätten werden Geschichten der Migration aus mehreren Blickwinkeln erzählt und später in öffentlichen Veranstaltungen präsentiert.
Im Zentrum stehen die Erzählungen und Dokumente von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, migrantischen Vereinen und Beratungsorganisationen, Behörden und Institutionen vor Ort sowie OrtschronistInnen. Das Projekt geht der Frage nach, wie Migration von unterschiedlichen sozialen Gruppen erinnert wird, welche Stimmen in der Öffentlichkeit Gehör finden und ob Migration als Teil der Ortsgeschichte wahrgenommen wird. Geschichte(n) der Migration sollen so aus unterschiedlichen Perspektiven aufgearbeitet und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ergebnisse
Die Ergebnisse des Projekts sollen der Öffentlichkeit auf unterschiedlichen Ebenen zugänglich gemacht werden und so eine nachhaltige Basis für den interkulturellen Dialog schaffen:
Gemeinsam mit dem Fachbereich Integration des Landes Tirol wird im Herbst 2014 eine Tagung zum Thema Migrationsgeschichte und Erinnerungskulturen stattfinden. In den Willkommensspaziergängen der Stadt Innsbruck soll die Geschichte der Migration ein Thema werden. Durch Veranstaltungen und Publikationen in Zusammenarbeit mit den OrtschronistInnen soll das Thema Migration Eingang in die Dokumentation der Dorfgeschichte finden. Die Projektergebnisse werden u. a. in einer Studie und in der Zeitschrift „Tiroler Chronist“ veröffentlicht.


Projektleitung: Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT)     

 

KooperationspartnerInnen:
       Logo INNSBRUCK cmyk 725x350     tbf1      uni-innsbruck logo 4c-1  Institut für Zeitgeschichte


Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. JUFF – Fachbereich Integration

Stadt Innsbruck – MAIII – Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration

Tiroler Bildungsforum – Verein für Kultur und Bildung

Universität Innsbruck – Institut für Zeitgeschichte


FördergeberInnen:
Europäischer Integrationsfonds (EIF)
Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. JUFF – Fachbereich Integration
Stadt Innsbruck – MAIII – Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration
Österreichischer Städtebund – Landesgruppe Tirol

LogoLandTirol rgb Logo INNSBRUCK cmyk 725x350 oe staedtebund EUflag yellow low Dieses Projekt wird durch den Europäischen Integrationsfonds kofinanziert.

Laufzeit: Jänner – Dezember 2014


AnsprechpartnerInnen:

Christina Hollomey-Gasser und Gerhard Hetfleisch (ZeMiT)
christina.hollomey@zemit.at     hetfleisch@zemit.at

Titelbild: ZeMiT, Jahr 1992, Fotograf: unbekannt